Alarm wegen Hochwassers am Pilcomayo

In Bolivien, wo der Fluss entspringt und südwärts fließt, herrscht seit Tagen Alarmstufe Rot. Laut Angaben der Hydrologie-Behörde von Bolivien, Senami, stieg das Wasser für diese Jahreszeit ungewöhnlich hoch. Seit dem 10. Februar kommt das Wasser in derartiger Menge und Wucht, dass man weiter flussabwärts auch in Paraguay in Alarmbereitschaft ist. Der Leiter der Pilcomayokommission, Darío Medina, sagte im Interview mit ZP-30 gestern, dass man trotz der Kenntnisse über den Picomayo überrascht gewesen war, über Volumen und Geschwindigkeit des Wassers, das kommt. In Pozo Hondo maß man gestern einen Wasserstand von 5 Metern.    

Das Hochwasser zeigte in diesen Tagen flussabwärts Effekt. Aus Margariño wird berichtet, dass der Kanal voll Wasser ist. In Richtung Cacique Sapo wurden stellenweise Wege schon überflutet. Mit dem Hochwasser einher geht auch die starke Verschlickung des Flussbettes mit Sedimenten und Blockade von Abflüssen durch mitgeschwemmte Vegetation. In überschwemmten Gebieten wurde mit der Hilfe von Anwohnern und Estanzia-Besitzern der Zone zusammen gearbeitet, um die Wasserwege von Schlick, Schwemmholz und anderem Abfall zu befreien.    

Im Grenzgebiet mit Bolivien und Argentinien, bei Pozo Hondo, wurden die Ufer-Bewohner der Gegend aufgefordert, wachsam zu sein und sich rechtzeitig in Sicherheit zu bringen. Auf paraguayischer Seite nannte Medina in diesem Zusammenhang die Überschwemmung an dem sogenannten Weg Quiniento-í, wo jetzt viel Wasser steht. Auf bolivianischer und argentinischer Seite wurden überschwemmte Orte schon vor drei Tagen evakuiert. Dort ist man angewiesen auf Daten, die man innerhalb der trinationalen Pilcomayokommission austauscht. Stündlich werden Informationen aus dem Quellgebiet geliefert, damit man an anderen Stellen des Flusses die Situation besser voraussehen und planen kann, erläuterte der Leiter auf paraguayischer Seite.    

Derweil erwartet man, dass im Süden viel Wasser über den Kanal „26 (veintiseis) de Agosto“ in Richtung des Sumpfgebietes Estero Patiño abfließt. Der Abfluss über den Montelindo gestaltet sich laut Medina schwieriger, weil das Wasser dort stärker nach Süden als nach Norden fließt. Zusammen mit dem Umweltministerium beriet man am Dienstag noch, wo am dringendsten was getan werden muss, damit das Wasser dorthin abfließen kann, und dort bleibt, wo es bleiben soll. Abschließend hielt Medina fest, dass der Pilcomayo bei jedem Hochwasser eine Lektion biete darüber, wie die geografischen und hydrologischen Gegebenheiten sind und was man folglich beachten muss. Der Pegel des Pilcomayo steigt indes vorerst weiter an. In Tarija stieg der Wasserstand gestern über 7 Meter. Bei Pozo Hondo und auch weiter flussabwärts bleibt man deshalb wachsam und gespannt, wie hoch das Wasser steigt und wohin es fließt. (ZP-30)

Foto: Dario Medina – Pilcomayokommission
Foto: Dario Medina – Pilcomayokommission