Der für Hilfe in Notsituationen Zuständige in der Departamentsregierung, Virgilio Gavilán, sagte heute Vormittag im Interview mit Radio ZP-30, es habe fast im gesamten Departament Alto Paraguay starke Regenfälle gegeben. Am stärksten betroffen ist der Distrikt Fuerte Olimpo. Heute früh meldeten Toro Pampa und María Auxiliadora nochmal Regen. Diese und zahlreiche weitere Orte sind durch Wasser von der Außenwelt abgeschnitten. Betroffen sind über 2.000 Menschen. Wenn man die Regenfälle der vergangenen Tage zusammenzählt, fielen 500 bis 600 Millimeter, wie Gavilán erläuterte.
Die meisten Wege sind unterbrochen, unbefahrbar oder nur mit dem Traktor zu bewältigen. In Toro Pampa hat man sich mit Maschinen organisiert, um von da aus an Wegen, Gräben und Kanälen zu arbeiten. Laut Angaben des Funktionärs ist Hilfe aus Asunción unterwegs. Konvois der Katastrophenschutzbehörde, SEN, bringen direkt Hilfsgüter per Fluss nach Carmelo Peralta. Von dort aus will man mit Booten dringend Benötigtes nach Fuerte Olimpo und Bahía Negra bringen. Im Laufe des Tages wird ein Hubschrauber aus der Hauptstadt erwartet. Dann will man dort, wo es notwendig ist, Menschen evakuieren und Hilfsgüter aus der Luft verteilen. Bei Km. 65, auf dem Weg der Toro Pampa mit der Bioceánica verbindet, wird ein Logistikzentrum eingerichtet, von wo aus Hilfsgüter per Hubschrauber in die isolierten Orte gebracht und aus der Luft verteilt werden. Die einzige wetterfeste Landepiste, wo Flieger derzeit landen könnten, liegt in Fuerte Olimpo.
Der Katastrophenschutzbeauftragte der Gobernación bestätigte, dass praktisch alle Estanzias in dem Departament betroffen sind. Man habe aber die Daten zur Hand, um im Bilde über die jeweilige Situation zu sein, so Gavilán. Der Notstand war in Alto Paraguay am Wochenende ausgerufen worden. Er gilt zunächst für 15 Tage. Es sei jedoch davon auszugehen, dass die Not-Situation noch länger bestehen werde, schätzt der Departamentsbeauftragte. Derart viel Regen gab es in Alto Paraguay seit 2014 nicht mehr. Betroffen von Überschwemmung und Isolation durch Wassermassen sind in dem Departament in den vier Distrikten zusammen 195 Familien, – insgesamt 2.170 Menschen. (ZP-30)