Gestern ist in dem Ort Dos Palmas ein Fußballfeld in Betrieb genommen worden, das viel mehr als Fußballspaß bieten soll: Der Kunstrasen, der dort eingeweiht wurde, soll jungen Menschen helfen, gute Alternativen zu Drogenkonsum zu finden. Die attraktive Einrichtung wurde über die Departamentsregierung Presidente Hayes möglich, im Rahmen des staatlichen Antidrogen-Programmes „Sumar“. Die Freude der Bewohner war groß. Ist doch der Fußball als Volkssport ein bewährter Grund, um das Gemeinschaftsgefühl zu stärken und Abstand zu den Problemen des Alltags zu gewinnen.
Zu dem Fest gekommen waren neben dankbaren Anwohnern, der Gouverneur Bernardo Zárate und Lokalpolitiker aus dem Distrikt Teniente Primero Manuel Irala Fernández. Der Gouverneur sagte am Rande der Feier, mit dem Programm „Sumar“ wolle man erreichen, dass die jungen Menschen aufs Spielfeld gehen, ihre Energie dort rauslassen und danach ausgelaugt schlafen gehen, statt sich ungesunden Freizeitaktivitäten zu widmen. Er betonte, dass an dem Programm gerade auch Siedlungen von Ureinwohnern beteiligt werden müssten, um aus ihrer Isolation zu kommen und in den Genuss der staatlichen Unterstützung zu kommen. Was Bauten in Zusammenhang mit der Drogenbekämpfung betrifft und im Rahmen des Antidrogen-Programmes „Sumar“, kündigte Zárate noch weitere Projekte in Presidente Hayes an: in Villa Hayes soll es ein Drogen-Rehabilitationszentrum geben. Weitere Sport-Einrichtungen sind zum Beispiel in Cerrito und noch weiter südlich bei Nanawa in Puerto Elsa geplant.
Zuvor hatte der Gouverneur sich bei Kilometer 410 mit Demonstranten getroffen, die dort die Transchaco blockierten und dringend seine Anwesenheit forderten. Bewohner von La Esperanza, Diez Leguas und Doce de Junio wollten vom Staat Lebensmittel, den Aufbau einer Estanzia und den Bau eines Weges mit Abwasservorrichtung erpressen. Außerdem eine Krankenstation mit Geld für die Löhnung einer Pflegekraft. Den Gouverneur bedrängten die Demonstranten derart, dass er auf die Forderungen einging. Im Interview mit ZP-30 sagte Zárate danach, die Krankenstation sei ein Versprechen seiner Regierung gewesen. Sie sei auch bereits im Bau und sollte demnächst fertig werden. Man habe sie nicht in Betrieb nehmen wollen, bevor die Arbeit dort abgeschlossen sei. Das soll nach Auskunft des Gouverneurs in ein paar Wochen der Fall sein. Die Straßenblockade auf der Transchaco wurde am frühen Abend aufgehoben. (ZP-30)