Mittagsnachrichten von Radio ZP-30 am 8. März 2025

Bewohner von Casanillo sind nicht an der Kundgebung von Donnerstag auf der Transchaco beteiligt gewesen. Dieses ist die Korrektur einer Nachricht von gestern. Gestern hatten wir an dieser Stelle von der Straßen-Blockade auf der Transchaco berichtet. Beteiligt an der Protest-Aktion waren Menschen aus La Esperanza, Diez Leguas und Doce de Junio. Anders als angekündigt, waren jedoch keine Bewohner aus Casanillo zu der Demo gekommen, wie Casanillo-Siedler selbst später klarstellten. Aufgrund eigener Recherchen hatten wir hier im Funkjournal gestern behauptet, Casanillo habe sich an der Straßen-Blockade und den Forderungen an die Regierung beteiligt. Für den Fehler bitten wir um Entschuldigung. (ZP-30/Archiv)

In Paraguay steigt die Stromnachfrage. Am Dienstag dieser Woche verzeichnete der landesweite Stromverbrauch einen neuen Rekord, wie Última Hora schreibt. Der staatliche Stromversorger, Ande, meldete, dass an dem Tag fast 60 % der verfügbaren Energie aus den Wasserkraftwerken Acaray, Yacyretá und Itaipú genutzt wurden. Das sind rund 5.120 Megawatt. Grund für den hohen Energieverbrauch ist die anhaltende Hitze. Laut der nationalen Wetterbehörde herrschten landesweit Durchschnittshöchsttemperaturen von 39 Grad Celsius. Die gefühlte Temperatur lag bei 43 Grad Celsius. Die Nachfrage erhöhe sich dadurch, dass an solchen Tagen zahlreiche Haushalte verstärkt Ventilatoren und Klimaanlagen nutzen, hieß es.
In diesem Zusammenhang führte der Ande-Vorsitzende, Félix Sosa, Zahlen zum Stromverbrauch aus dem Vormonat und Vorjahr an. Im Januar 2025 war der Stromverbrauch demnach 11 % höher als im Januar 2024. Insgesamt war die Stromnachfrage im Jahr 2024 18 % höher als im Jahr 2023 und damit dreimal so hoch wie der durchschnittliche Anstieg der letzten zehn Jahre. Als Hauptgrund für diesen Anstieg führt Ande den hohen Stromverbrauch der Krypto-Farmen an, die sich in den letzten Jahren in Paraguay niedergelassen haben und die viel Strom für ihre Computerserver brauchen. (Última Hora)

Die DEA setzt ihre Zusammenarbeit mit Paraguay fort. Das paraguayische Verteidigungsministerium hat bestätigt, dass die US-Drogenbekämpfungsbehörde, DEA, weiterhin mit den Sicherheitsbehörden Paraguays zusammenarbeiten wird. Diese Entscheidung wurde nach einem Gespräch zwischen Präsident Santiago Peña und dem US-Außenminister Marco Rubio getroffen, wie Última Hora berichtet. Die nationale Antidrogenbehörde Senad hatte die Zusammenarbeit mit der DEA im vergangenen Jahr beendet – angeblich aufgrund von Spannungen zwischen den beiden Institutionen.
Der Konflikt begann, als der Vorsitzende der paraguayischen Antidrogenbehörde, Senad, Jalil Rachid, am 6. Dezember entschied, die Zusammenarbeit mit der DEA im Rahmen des Programmes Sensitive Investigative Unit, SIU, zu beenden. Die Begründung erfolgte in einem offiziellen Schreiben. Als Reaktion darauf begann die DEA mit der Inventur ihrer Ausrüstung, um sich auf einen möglichen Abzug aus Paraguay vorzubereiten. Als Reaktion darauf sandte die paraguayische Regierung ein zweites Schreiben an die US-Behörde, in dem sie den Wunsch äußerte, im Kampf gegen organisierte Verbrechen verstärkt mit der US-Behörde zusammenzuarbeiten.
Paraguay gilt als ein wichtiger Umschlagplatz für den Drogenschmuggel von Bolivien nach Europa, wobei das organisierte Verbrechen auch Einfluss auf die Politik gewonnen hat. Lokale Experten hatten davor gewarnt, dass das Ende der Zusammenarbeit mit der DEA laufende Ermittlungen gefährden könnte – darunter die Suche nach dem Drogenboss Sebastián Marset.
Die Zusammenarbeit zwischen der US-Drogenbekämpfungsbehörde, DEA, und der Senad begann 2008 mit einem Abkommen zur Durchführung sensibler Ermittlungen im Bereich des Drogenhandels. Ein offizieller Kooperationsvertrag folgte 2010 und wurde in den Jahren 2016 und 2017 erweitert. Nun bleibt die Kooperation zwischen beiden Behörden bestehen, wie das Verteidigungsministerium nun bestätigt hat. (Última Hora, La Nación)

Die Regierung sichert die Treibstoffversorgung trotz Krise am Río Bermejo. Die Schifffahrt auf dem Río Paraguay bleibt kritisch bei der Mündung des Flusses Bermejo, nahe der Stadt Pilar. Sedimentablagerungen und die anhaltende Trockenheit erschweren die Schifffahrt, sodass die Regierung nun besondere Maßnahmen ergreift, um den Transport wichtiger Güter sicherzustellen, wie Última Hora schreibt. Um Versorgungsengpässe zu vermeiden, erhalten Schiffe mit Treibstoff Vorrang. Laut Benjamín Martínez vom Ministerium für öffentliche Bauten und Kommunikation, MOPC, wurde durch Ausbaggerungsarbeiten das Flussbett dort so aufbereitet, dass bereits zahlreiche Schiffe für die Weiterfahrt freigegeben werden konnten. Noch in der vergangenen Woche stauten sich dort, wo der Bermejo in den Paraguayfluss fließt, rund 500 Lastkähne.
Um die Wasserstraße freizuhalten, wurden die Baggerarbeiten so organisiert, dass sie über Nacht, von 20 bis 5 Uhr stattfinden. So können die Schiffe während des Tages bei guter Sicht ungehindert passieren. Martínez betonte, dass weiterhin Maßnahmen ergriffen werden, um eine erneute Blockade zu verhindern. Besonders wichtig sei, dass Lastkähne mit Treibstoff passieren können, um eine Versorgungskrise im Land zu vermeiden. Der Leiter der Treibstoffabteilung im Industrie- und Handelsministerium, Juan Paredes, sagte in dem Zusammenhang, dass es bisher keine Berichte über Schiffe mit Treibstoff gegeben habe, die wegen der Krise im Bermejo nicht weiterfahren konnten. Auch Unternehmen wie Shell und Petropar haben bisher keine Probleme bei der Treibstoffversorgung gemeldet. Trotzdem äußerten Experten die Sorge, dass die Blockade des Flusses langfristig zu Versorgungsengpässen und höheren Preisen für die Verbraucher führen könnte.
Jeden Sommer bilden sich am Río Bermejo Sedimentablagerungen. In diesem Jahr verschärft die anhaltende Trockenheit das Problem, weil durch den niedrigen Wasserstand des Río Paraguay die Sedimente nicht mehr auf dem natürlichen Weg mit dem Wasser mitließen und so abtransportiert werden. Aus diesem Grund stecken immer wieder Lastkähne im Fluss fest, was zu Verzögerungen in den Lieferketten führt. (Última Hora)

Asunción geht gegen illegale Straßenarbeiter vor. Die Zeitung ABC Color berichtet über Aktivitäten der Munizipalität Asunción und der Nationalpolizei, die bei gemeinsamen Einsätzen ungebetene Scheibenputzer und selbsternannte Autowächter festgenommen haben.  Die Aktivitäten der sogenannten „Limpia-vidrios“ und «Cuida-choches» sind in der Form laut Gesetz verboten. Gestern wurden an wichtigen Kreuzungen und anderen strategischen Punkten der Stadt mehrere Menschen festgenommen, die sich mit diesen informellen Arbeiten Geld verdienen. Von Seiten der Behörden hieß es, es seien verstärkt Beschwerden über die Scheibenputzer und Autowächter eingegangen. Viele von ihnen verschwanden von der Straße, nachdem die Polizei verstärkt kontrolliert hatte. (ABC Color)